Welche Arten von Schlafstörungen gibt es?
Die meisten Menschen haben in ihrem Leben mit Schlafstörungen zu kämpfen, daher zählt Schlaflosigkeit zu einem
häufigen Problem, welches von den Betroffenen mehr als nur "ärgerlich" bezeichnet wird.
Die meisten Schlafstörungen ereignen sich zumeist in der traumlosen Schlafphase, darunter auch das Schlafwandeln und das
sehr stark verbreitete Schnarchen zählen. Ein ganz geringer Anteil der Albträume tritt ebenfalls in dieser Schlafphase auf, jedoch finden
Albträume in der Regel in der REM-Schlaf-Phase statt. Auf dieser Seite gehen wir daher speziell auf die häufigsten
Schlafstörungen, wie Schlafwandeln, Sprechen im Schlaf, Zähneknirschen, Bettnässen, Angstattacken aber auch Schnarchen ein.
Ebenso widmen wir uns aber auch den weniger oft auftretenden Phänomenen wie der Schlafapnoe oder aber der Narkolepsie.
Albträume, bei Kindern und Erwachsenen, aber auch Luziden Träumen widmen wir uns, aufgrund Ihrer weitaus höheren Bedeutung
in einem gesonderten Kapitel.
Die Schlaflosigkeit im allgemeinen
Etwa jeder dritte Erwachsene leidet gelegentlich an Schlaflosigkeit, allerdings klagt nicht gleich jeder über Schlaflosigkeit, da es sich
dabei um eine sehr subjektive Angelegenheit handelt, welche sich nach dem individuellen Empfinden der einzelnen Personen richtet.
Viele Psychologen sind der Meinung, dass Schlaflosigkeit mit verdrängten Ängsten oder Wünschen einhergeht, jedoch sollte man
nicht die persönlichen Aspekte der jeweiligen Person, wie z.B. oftmalige Assoziation mit dem Tod, oder aber Schlafmeidung aus Angst vor
bösen Träumen, außer acht lassen.
Tatsächlich scheint Schlaflosigkeit sehr viele Gründe zu haben, zu den häufigsten zählt jedoch wahrscheinlich persönlicher Stress.
1. Die Arten der stressbedingten Schlaflosigkeit
Die stressbedingte Schlaflosigkeit teilt sich sozusagen in zwei Kategorien und zwar in die "Einschlafstörung" und in die
"Durchschlafstörung"
Die Einschlafstörung
Bei der Einschlafstörung ist der oder die Betroffene unfähig, seine Gedanken abzuschalten, dabei spielen sich die
Sorgen oder Probleme des vergangenen Tages im Kopf der jeweiligen Person wieder wie ein Film ab und er geht sie dabei immer wieder
gedanklich durch. Persönlichkeitsstudien von Menschen mit chronischen Einschlafstörungen haben gezeigt, das jene Personengruppe eher neurotisch
veranlagt sind wobei sie zumeist zusätzlich an Ängsten oder aber auch Depressionen leiden.
Die Durchschlafstörung
Leidet eine Person daran in der Nacht durchzuschlafen, also kann er zwar rasch einschlafen, jedoch nach seinem nächtlichen Erwachen
nicht wieder zur Ruhe finden, so spricht man von einer Durchschlafstörung. Dabei liegt der Unterschied zur Einschlafstörung darin, dass die
Beschäftigung mit noch bevorstehenden Problemen im allgemeinen vorherrscht.
Tipps zur Linderung von Einschlaf- oder Durchschlafstörungen finden Sie hier
2. Das SWS-Phänomen - Das Schlafwandeln oder auch Somnambulismus als Schlafstörung
Schlafwandeln, oder auch Somnambulismus, tritt in der vierten Stufe der Slow-Wave-Sleep Phase auf, wobei eine Schlafwandelepisode zumeist
5 bis 15 Minuten andauern kann, selten jedoch länger. Leidet ein Mensch unter Schlafwandeln, so ist es meist unmöglich während dessen
seine Aufmerksamkeit zu erregen. Die Betroffenen verweilen im Allgemeinen innerhalb des Schlafzimmers und kehren auch von selbst wieder in
ihr Bett zurück, können aber auch, falls notwendig, dorthin wieder zurück gebracht werden.
Wissenschaftler sind der Meinung, dass die Tendenz zum Schlafwandel erblich bedingt sei, vor allem Kinder sind davon recht häufig
betroffen, wobei dieses Phänomen in der Pubertät scheinbar ihren Höhepunkt erreicht. Persönlicher Stress scheint auch
dabei die Häufigkeit der Perioden zu erhöhen. Das Phänomen des Schlafwandelns sollte jedoch in keinem Fall unterschätzt werden,
da der Mensch ja eigentlich schläft und von all seinen Handlungen, welche von Stürzen aus dem Schlafzimmerfenster
bis hin zum nächtlichen Auto fahren, reichen können. Ein Schlafwandler kann sich nicht an seine nächtlichen Ausflüge
erinnern, da er sich ja in der Stufe 4 des Schlafs, also der eigentlichen Tiefschlafphase befindet.
Tipps um eine schlafwandelnde Person vor Gefahren zu schützen finden Sie hier
3. Das SWS-Phänomen - Sprechen im Schlaf als Schlafstörung
Menschen welche während des Schlafs sprechen, gibt es häufiger als man denkt, Sprechen im Schlaf stellt jedoch nur selten ein
echtes Problem dar. Meisten sprechen die Betroffenen nur gelegentlich einzelne Wörter, durchaus gibt es aber auch andere, welche
ganze Monologe während ihres Schlafes halten. Auch an dieses Phänomen kann sich ein betroffener Mensch kaum erinnern, denn auch
das Sprechen im Schlaf findet hauptsächlich in der Tiefschlafphase statt.
Manchmal kommt es auch vor, dass Menschen welche im gleichen Zimmer schlafen, und beide im Schlaf sprechen, sie einen Dialog führen, sie sich
also im Schlaf miteinander unterhalten.
4. Das SWS-Phänomen - Zähneknirschen oder auch Bruxismus als Schlafstörung
Zähneknirschen oder auch als Bruxismus bekannt kommt ebenso häufiger vor als man denkt. Dabei übt
der Betroffene auf beide Kiefer einen dermaßen starken Druck aus, wodurch die Zähne aneinander reiben und knirschen. Durchaus
kann man auch von einem Schraubstockartigen Zusammenbeißen beider Kiefer sprechen. Sehr häufig ereignet sich dieses Phänomen
wie bereits auch die zuvor beschriebenen, in der SWS-Phase, vereinzelt konnte man das Zähneknirschen aber auch bei Menschen welche
sich im Wachzustand befinden, feststellen. Die Kiefermuskulatur eines Menschen, auch die eines Kindes, sind sehr kräftig, daher sollte
man den Folgen dieses Schlaf Phänomens größere Bedeutung schenken, da Bruxismus bereits im Kindesalter, erhebliche Schäden
am Gebiss anrichten kann, da durch das stetig nächtliche Zusammenbeißen der Zähne eine übermäßige Abnutzung statt findet, wobei
sich mitunter auch Zähne lockern können, in sehr schweren Fällen auch Zähne ausfallen können.
Darüber hinaus kann es aber auch zu Kiefergelenkproblemen und zu starken Kopfschmerzen kommen.
Man vermutet auch in diesem Fall, dass diese Art von Störung ebenso auf Stress zurückzuführen ist, wobei manchen
Psychologen davon ausgehen, dass es sich beim nächtlichen Zähneknirschen um eine Art unterdrückten Ärger handelt.
Tipps bei welcher das Gebiss von zähneknirschenden Person geschützt werden kann finden Sie hier
5. Das SWS-Phänomen - Bettnässen oder auch Enuresis als Schlafstörung
Auch das Bettnässen, welches ebenso hauptsächlich in der SWS-Phase auftritt, betrifft vor allem Kinder aber auch Erwachsene.
Psychologisch gesehen spricht man jedoch erst von Enuresis, wenn ein Kind - älter als 5 Jahre oder ein Erwachsener, über einen Zeitraum
von mindestens 3 Monaten, zweimal pro Monat die Symptomatik des Bettnässens zeigen. Beim Bettnässen gilt jedoch in erster Linie
zu unterscheiden ob eine körperliche oder aber eine psychologische Ursache vorliegt, ebenso kann Bettnässen aber auch erblich
bedingt sein. Kann eine körperliche Ursache oder erblich bedingte Enuresis ausgeschlossen werden so kann durchaus Stress, welcher bei Kindern durch
unerwartete Veränderungen, die es verunsichern, der Auslöser dafür sein. Auch die
Geburt eines Geschwisterkindes, der Verlust eines Familienmitgliedes, Streitigkeiten in der Familie, ein Trennungserlebnis
oder ein Umzug können bei einem Kind Stress auslösen wodurch Bettnässen zu den häufigsten Folgeerscheinungen
zählt.
Tipps zur Linderung von Enuresis finden Sie hier
6. Das SWS-Phänomen - Angstattacken als Schlafstörung
Generell unterscheidet man zwischen den Albträumen, welche sich hauptsächlich in der REM-Phase ereignen, und den eher
seltenen Angstattacken, die zumeist in der ersten Hälfte des Schlafs, also in der SWS-Phase auftreten. Bei einer Angstattacke
handelt es sich zumeist um einen einzigen panischen Gedanken, der den Schlafenden plötzlich in Panik versetzt, hingegen bei einem Albtraum
das lebhafte, aktionsreiche Szenario ausschlaggebend ist. Ein weiterer Unterschied zwischen Angstattacke und Albtraum ist das körperliche
Befinden des Schlafenden, denn anders als beim Albtraum nimmt bei einer Angstattacke weder der Herzschlag zu noch die Atemfrequenz, diese
Erkenntnis ergaben diverse Untersuchungen in Schlaflabors. Bei einer Schlafattacke schreckt der Schlafende urplötzlich aus dem
Schlaf auf, ist desorientiert und voller Panik und Angst. Auch viele Kinder leiden unter Angstattacken während des Schlafs,
wobei die Betroffenen dazu neigen, von panischer Angst getrieben und schreiend durch das Haus bzw. die Wohnung zu laufen. Wie bei sehr vielen Schlafstörungen
weiß der oder die Betroffene jedoch nichts davon, einzig und allein die Menschen in seiner Umgebung bekommen dieses Geschehen mit.
Ausgelöst werden diese Angstattacken zumeist durch einen äußeren Reiz, wie z.B. ein plötzlicher Lärm, wobei der unter
Angstattacken leidende Mensch, scheinbar diese äußeren Reize in den jeweiligen Traum einbeziehen, und sie demnach glauben sich in
einer gefährlichen Situation zu befinden. Angstattacken können sich durchaus immer auf die gleiche Situation beziehen, wobei
aber auch real erlebte Situationen Auslöser für eine Angstattacke sein kann.
Einen ehemaligen Soldaten beispielsweise fand man immer wieder vor seinem Bett kniend und laut schreiend auf, da er in Form einer Angstattacke
immer wieder erlebte, wie sein Kamerad im Krieg über ein vermintes Feld lief, und er ihn davor warnen wollte.
Auch Angstattacken kann man in den Griff bekommen, wie man dabei vorgehen kann lesen Sie hier
7. Das SWS-Phänomen - Das Schnarchen als Schlafstörung
Das Schnarchen zählt zu einer der häufigsten Schlafstörungen, wobei auch das Schnarchen vermehrt in der
ersten Nachthälfte, also in der SWS-Phase auftritt. Auslöser für das Schnarchen sind Vibrationen des weichen Gaumens am Ende
der Rachenhöhle, welcher sich, ebenso wie der der restliche Körper, in dieser Schlafphase entspannt. Vor allem wenn die schlafende
Person am Rücken liegt, kann das Gaumensegel zu flattern beginnen wodurch das Phänomen Schnarchen einsetzt. Alkohol wirkt daher
zusätzlich verstärkend, da er eine entspannungsfördernde Wirkung ausübt. Da die betroffenen Personen
sich nur in geringen Fällen selbst schnarchen hören, stellt der mitunter sehr heftige Lärmpegel für den
Schlafenden bzw. Schnarchenden kaum ein Problem dar. Umso stärker empfinden jedoch jene Personen, welche sich in der Nähe des
Schnarchenden befinden, dieses Phänomen als störend.
Tipps um das Schnarchen zu lindern finden Sie hier
8. Das SWS-Phänomen - Schlafapnoe als Schlafstörung
Studien über Menschen, welche dazu neigen auch tagsüber recht leicht in Schlaf zu fallen, haben ergeben, dass dieser Personenkreis
an einer Störung leidet, die man als Schlafapnoe (Atemstillstand im Schlaf) bezeichnet. Schlafapnoe äußert sich darin, dass die
Betroffenen in der Einschlafphase aufhören zu atmen. Der Auslöser kann eine Störung im Nervensystem sein, aber auch eine anatomische
Anomalie. In etwa nach einer Minute hat sich bei den betroffenen Personen dermaßen viel Kohlendioxid im Blut gesammelt, sodass der
Körper eine Art "Alarmzeichen" abgibt. Dabei gibt das System des Betroffenen einen Notfallimpuls ab, wodurch der Schlafende
plötzlich aufwacht um einen lauten, schnarchenden Atemzug zu tun. Mitunter sind ein recht heftiges Bewegen zu erkennen,
jedoch schläft der Leidende sofort nach seinem kurzen Erwachen wieder ein.
Dies kann durchaus die ganze Nacht so gehen, wodurch der ganze Schlaf nur in sehr geringem Maß als erholsam empfunden
wird und sich dadurch auch die permanente Müdigkeit am Tag erklären lässt.
Jedoch ist im Fall von auftretender Schlafapnoe dieser Schlafzustand nicht nur für den Betroffenen äußerst belastend und beunruhigend
sondern ebenso für die nahe stehenden Angehörigen, da sehr schwere Fälle von Schlafapnoe zu Herzproblemen oder aber auch
zum Schlaganfall führen können.
Was kann man bei einer Schlafapnoe tun, lesen Sie dazu unsere Hinweise
9. Das SWS-Phänomen - Narkolepsie als Schlafstörung
Unter einer Narkolepsie versteht man unwiderstehliche Müdigkeit, welche dazu führt, dass der oder die Betroffene in einen
narkoseähnlichen Schlaf fällt, welcher zumeist wenige Sekunden, manchmal aber auch deutlich länger anhält.
Gefährlich dabei ist, dass dieses zwanghafte Schlafverhalten die jeweilige Person urplötzlich, und ohne jeglicher Ankündigung
überfallen kann, egal ob beim Autofahren, Essen oder während einer Besprechung. Studien haben ergeben, dass bei etwa 70 Prozent
der an Narkolepsie leidenden Patienten, der Zustand mit einer Kataplexie verknüpft ist, wobei es sich dabei um eine im Wachzustand
auftretende körperliche Lähmung handelt, welche normalerweise nur in der REM-Schlafphase zu beobachten ist. Sofern dies
der Fall ist sind Narkolepsie Patienten plötzlich bewegungsunfähig, und können daher hilflos stürzen, jedoch alles
rund um sich wahrnehmen. Auslöser für eine Narkolepsie können emotionale Erregungen wie Freude, Ärger, aber auch Fettleibigkeit sein,
ebenso wie ein genetischer Faktor eine Rolle spielen kann. Zumeist konnte man den Ausbruch im dritten Lebensjahrzehnt zum ersten mal beobachten.
Schläft ein Mensch welcher unter Narkolepsie leidet ein, so fällt er zumeist sofort in die REM-Schlafphase, wobei sich sofort die
typischen zugehörigen Anzeichen einstellen, ohne jedoch zuvor de traumlose Phase der SWS-Phase zu durchlaufen, erst nach einem narkoleptischen
Anfall folgt ein traumloser Schlaf.
Nicht unterschätzen sollte man das Phänomen der Narkolepsie, was man als betroffene Person tun sollte lesen bitte hier